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Beschreibung
Avers: IMP GALLIENVS AVG
Revers: PIETAS AVG / P
Dicker Schrötling. Geprägt in der 1. Offizin von Mailand.
Der Revers zeigt die Pietas, die Personifikation der Frömmigkeit, stehend dargestellt, nach links gewandt und drapiert, mit beiden erhobenen Armen in einer Geste des Opferns oder Betens. Zu ihren Füßen, auf der linken Seite, erhebt sich ein Altar, ein klassisches ikonografisches Element, das mit dieser Gottheit im römischen Kaisermünzwesen verbunden ist.
Gallienus regierte in einem Kontext tiefer Instabilität. Nach der Gefangennahme seines Vaters Valerian durch die Sassaniden im Jahr 260 sah er sich als alleiniger Herrscher eines tiefgreifend geschwächten Reiches, das gleichzeitig mit der Abspaltung des Gallischen Sonderreiches im Westen und dem Erstarken des Königreichs Palmyra im Osten konfrontiert war. Die wiederholten Einfälle germanischer Völker an Rhein und Donau verschärften die Schwierigkeiten bei der Verteidigung der Grenzen noch weiter. Die Münzstätte Mailand, strategisch günstig gelegen, spielte eine wesentliche Rolle bei der Versorgung der im Norden Italiens operierenden Heere mit Münzgeld.
In diesem unruhigen Kontext erhält die Anrufung der Pietas eine offenkundige politische Dimension. Diese grundlegende Tugend der römischen Tradition verweist auf die Ehrerbietung gegenüber den Göttern, den Vorfahren und der bestehenden Ordnung. Indem Gallienus sie auf seinen Münzprägungen in den Vordergrund stellt, bekräftigt er seine religiöse Legitimität und seine Verbundenheit mit den traditionellen Werten Roms, und sucht damit eine kaiserliche Autorität zu stärken, die durch die aufeinanderfolgenden Krisen des 3. Jahrhunderts auf die Probe gestellt wurde.
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